Mittwoch, 21. August 2013

Carl Didur "I CANNOT SEE YOU TOO WELL"


Eben klang sie mir noch im Ohr die Musik von Carl Didur aber jetzt zum schreiben ziehe ich doch die absolute Stille vor.

Das kleine und feine Tape "I CANNOT SEE YOU TOO WELL" hatte ich bei einem Konzert von U.S. Girls zusammen mit der Slim Twig Band gekauft, von der Carl Didur ein Teil ist.
Ich muss zugeben, ich habe seitdem das Tape nicht so wahnsinnig häufig gehört. Was mich wundert, wo ich es gerade zweimal hintereinander durchlaufen lassen habe. Was bei der Länge (ca. 20-30min) des Tapes keine Überforderung darstellt.

Die Musik ist zwar psychedelisch aber in einer catchyness, wie sie vlt. erst für die nach 2000´er typisch? Ja, typisch geworden ist.
Das lässt sich am deutlichsten beim zweiten Song der zweiten Seite (also die die ich dafür halte) zeigen, wo bestimmte Fragmente sich in einem Loop wiederholen, der fast einen Hip Hop Beat trägt.
Klar. Das ganze ist um einiges verstrahlter, als bei irgendwelchen Powerpop Produktionen. Aber eben doch erkennbar.

Ansonsten ist das gesamte Instrumentarium zu entdecken, dem sich heutige Indiemusiker bedienen. Eine hemdsärmelige Mischung aus analog und alten Digitalgeräten, einigen Effekten und sicherlich auch einer potenten Loopstation.
Was aber Didur vom üblichen abgrenzt, ist die Offenheit, die er sich dem Experiment gegenüber bewahrt hat. Dieses stellt er dem Wunsch nach einer Erzählung vielleicht nicht gegenüber aber doch zur Seite.
Es gibt ein Intro, wo 8Bit Klänge an die Orgel eines Jahrmarktes erinnern und passende Atmo-Geräusche diese Haltung unterstützen. Das ist schon bemerkenswert, wie hier unterschiedliche Zeitebenen zu einer Geschichte zusammengeschoben werden.
Gleich der darauf folgende Track (der vierte auf der zweiten Seite) gehört zu den eingängigsten und gefällt mir wohl auch am besten.
Satte dicke Synths, werden von einem schmalen Schlagzeug begleitet. Gelegentlich gesellt sich ein bissl Melodie dazu. Das klingt sehr funkig, in einem guten Sinn und erinnert sicherlich auch an denjenigen, an dem ehh gerade kein Schreiber vorbei kommt, Ariel Pink.
Aber die Musikbezüge gehen durchaus weiter in die Geschichte zurück. Ein Song kann nahezu als eine Hommage an Suicide gehört werden. Und manchmal klingt es fast nach einem elektrifizierten
B 52´s Song.
Den Ausklang des Tapes macht aber ein nahezu sakraler Klang mit aktualisierten Mitteln.

Ein sehr schönes Tape auch in seiner verspielt klassischen Aufmachung.

Carl Didur  "I CANNOT SEE YOU TOO WELL"
Songs u.a. birds where there can be no birds, life is difficult (just a little bit), i hear a new world
Musik – Carl Didur
Bass – Michael McLean
Glockenspiel – Alicia Nauta

Design - Alicia´s Klassic Kool Shoppe
Nov. 2012
ECH-002
Kostet ???

maspäce
zoundclowd

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